
Sich in diesen Zeiten ein freundliches Lächeln abzuringen, ist – um ehrlich zu sein – gar nicht so einfach. Nach nunmehr drei Monaten Stillstand wollte ich mich endlich einmal wieder
zurückmelden, doch die aktuelle Situation macht es einem nicht gerade leicht. Das aktuelle Weltgeschehen? Eine Mischung aus Anarchie & Dystopie. So surreal, dass man sich früher niemals zu
träumen gewagt hätte, so etwas in der Nähe unseres Umfelds zu erleben. Aber heute geht es mir nicht darum, was aktuell in der Welt & insbesondere in Europa abgeht, sondern weshalb ich aus
gegebenen Anlässen kaum noch Lust habe, regelmäßigen Content zu produzieren. Egal ob Corona, steigende Energie,- und Lebensmittelpreise oder das Kriegsgeschehen in unmittelbarer Reichweite: Die
Lust auf schöne Dinge wie Mode oder Lifestyle ist mir persönlich gründlich vergangen. Seit Tagen sitze ich vor dem Rechner und überlege, über
was ich Schönes schreiben könnte, um mich und vielleicht auch Dich ein Stück weit abzulenken. Leider fällt mir nichts ein, was nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet ist, dass meine
Schilddrüse seit Monaten mal wieder Probleme macht.
Hashimoto: Wenn die Schilddrüse streikt…
In der Vergangenheit hatte ich bereits den ein oder anderen Motivationspost zum Thema Schilddrüse geschrieben. Denn wenn man seit mehr als zwanzig Jahren mit dieser Thematik konfrontiert ist, kann man auch ein paar Tipps und
vor allem ganz viel Mut aussprechen. Mut ist ohnehin etwas, das ich wieder lernen muss. Die letzten zwei Jahre waren für die psychische Gesundheit derart anstrengend, dass ich mir inzwischen
vorkomme, wie ein kleines Mauerblümchen. Schreckhaft, unsicher, in sich gekehrt. Aber keine Panik auf der Titanic: Ich bin mir ziemlich sicher, dass das in erster Linie meiner Schildkröte äh
Schilddrüse geschuldet ist. Vielleicht ist es dem geneigten Leser in der Vergangenheit aufgefallen, dass die Franny vornehmlich in Frühjahr & Sommer bloggertechnisch aktiv ist, während inder
trüben Jahreszeit oftmals Flaute herrschte. Der Grund dafür ist, dass es mir im Winter meistens schlechter geht als in den warmen Monaten. Müdigkeit bzw. Antriebslosigkeit den Alltag bestimmen
und ich Mühe habe, mich aus diesem unsäglichen Tief zu befreien. Obwohl ich wirklich alles dafür tue, meine mentale Gesundheit irgendwie ins Gleichgewicht zu bringen, bin ich sowohl physisch als
auch psychisch kaum zu gebrauchen. Doch damit ist jetzt Schluss. Ich habe die Nase von diesem lethargischen Zustand gestrichen voll.
Nachdem ich es im Jahr 2018 schon erstmals geahnt hatte, bekam ich es nun quasi schwarz auf weiß: Ich leide unter einer sog. Umwandlungsstörung, was bedeutet, dass mein Körper nicht dazu in der
Lage ist, das wichtige (aktive) Hormon T3 zu bilden. Normalerweise ist es bei Schilddrüsenerkrankungen so, dass man ein Monopräparat wie L-Thyroxin einnimmt. Dieses Präparat enthält das
körpereigene Hormon T4 (Thyroxin), welches der menschliche Körper im Idealfall eigenständig umwandeln & verwerten kann. Mein Organismus tut dies aber
nicht. Aus diesem Grund habe ich seit Langem mit starker Antriebslosigkeit, Muskelschmerzen & psychischen Disbalancen zu kämpfen, die mich mal mehr, mal weniger stark
beeinträchtigen. Insbesondere die psychischen Verstimmungen sind meiner Meinung nach vermehrt auf die Schilddrüse zurückzuführen, weshalb ich meinen Arzt neulich darum gebeten habe, mir zu meinem
gängigen Monopräparat ein Weiteres namens Thybon zu verschreiben. Ich bin es echt leid. Meines Erachtens nach geht durch die kontinuierliche Fehlfunktion der Schilddrüse nämlich extrem viel
Lebensqualität verloren. Ja, Hashimoto ist ein Arschloch! So leicht gebe ich mich allerdings nicht geschlagen. Natürlich braucht es eine Zeit bis sich der Körper dem neuen Hormonschub angenähert
hat, doch ich muss ehrlich sagen, dass ich mich inzwischen etwas ausgeglichener fühle.
Aber Achtung:
Medikamente wie Thybon sollten keineswegs unterschätzt werden!
Während L-Thyroxin mit einer Depotwirkung punkten kann, grätscht Trijodthyronin (wie T3 im Fachjargon genannt wird) volle Kanne instant rein. Jetzt denkt
der geneigte Leser sich vermutlich: „Ist doch toll. Genau das, was sie wollte“ Jain, denn mit gewissen Vorgängen ist im Körper nicht zu spaßen. Natürlich möchte man nicht sein halbes Leben antriebslos & depressiv verstimmt sein, aber Überfunktionssymptome wie
Kopfschmerzen, Herzrasen, Bluthochdruck, Nervosität & unsäglicher Schlafmangel sind auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, weswegen man akribisch versuchen sollte, eine Balance zu finden. In
meinem Fall habe ich damit begonnen, das neue Präparat zu vierteln & langsam einzuschleichen. Die Schildköte mag nämlich als Organ noch so klein sein, man sollte sie trotzdem keineswegs unterschätzen.
Das mit dem „Glücklich sein“ ist gar nicht so einfach. Einerseits ist da dieser nicht enden wollende Psychoterror namens Corona, der uns nun schon seit mehr als zwei Jahren begleitet.
Andererseits sorgt eine schlecht eingestellte Schilddrüse für stetige, depressive Verstimmungen. Aus diesem Grund
möchte ich auch vehement darauf hinweisen, dass Psychosen oftmals auch organischer Natur sein können & nichts sind, wofür man sich schämen muss. Wenn es also auch in Eurem Umfeld Jemanden
gibt, dessen mentale Gesundheit massiv leidet, sollte man gegebenfalls auch mal einen Blick auf die kleine Schildkröte äh Schilddrüse werfen 😉